Fütterungsempfehlungen bei Tumorerkrankungen

Um Yumas Organismus aufgrund ihrer Krebsdiagnose umfassend zu unterstützen, habe ich mich in den letzten Monaten umfassend mit der Ernährung bei Krebs auseinandergesetzt. Ich möchte euch hier einmal aufzeigen, auf was man dabei achten sollte und welche Bestandteile und Zusätze den Speiseplan gern ergänzen dürfen. Da ich diese Empfehlungen bis auf eine kleine Ausnahme auch komplett so umsetze, bekommt ihr hiermit auch einen kleinen Einblick, was bei Yuma täglich im Napf landet.

Der erste und für mich auch sehr wichtige Punkt ist, dass man den Hund möglichst kohlenhydratarm ernähren sollte. Tumorzellen besitzen einen Glucosestoffwechsel, „ernähren“ sich also hauptsächlich davon. Durch das Füttern von Getreide und kohlenhydratreichen Lebensmitteln (z.B. Kartoffel, Hülsenfrüchte, Bananen, Melonen etc) füttert man also die Krebszellen und sie können prächtig wachsen und gedeihen. Obwohl neueste Forschungen leider auch gezeigt haben, dass Krebszellen in der Lage sind, auf einen Schwefelstoffwechsel umzuschalten, wenn sie aufgrund von Glucosemangel nicht mehr lebensfähig wären. Statt den Hunden die Energie über Kohlenhydrate zuzuführen, sollte man sie über hochwertige Fette geben. In einer Studie zeigte sich, dass die Remissionsrate bei Hunden, die fettreich ernährt wurden 90% betrug gegenüber einer Remissionsrate von 66% bei kohlenhydratreich ernährten Hunden. Man sollte daher leichtverdauliches Eiweiß und hochwertige Öle füttern. Besonders hervorzuheben ist hierbei frisch gepresstes Leinöl aufgrund ihres hohen Gehaltes an Alpha-Linolensäure und Omega-3-Fettsäuren und Borretschöl wegen seiner Gamma-Linolensäure. Auch Fischöl ist sehr gut geeignet. Krebskranke Hunde haben einen erhöhten Bedarf an Fetten, weil ihr Fettstoffwechsel gestört ist und sie zusätzlich ja einen „Untermieter“ haben, der ihnen einen Teil ihrer Energie mit abzweigt. Auch die Proteinzufuhr sollte bei Hunden mit Tumorerkrankungen höher sein, als beim „normalen“ bzw. Erhaltungsstoffwechsel, um einem evtl Abbau der Muskelmasse entgegenzuwirken (vgl. Meyer/Zentek).

Ich nehme die kohlenhydratarme Ernährung für Yuma sehr genau und somit besteht ihr Obstanteil nur aus Papaya und diversen Beerensorten. Womit wir auch schon bei den Antioxidantien wären. Dass Antioxidantien sehr gesund sind, ist ja schon in aller Munde. Sie schützen die Zellen vor freien Radikalen, die oft an der Entstehung und dem Fortschreiten von Krebserkrankungen beteiligt sind. Zusätzlich zu den frischen Antioxidantien aus den Beeren wird empfohlen, noch Vitamin C hochdosiert (als Pulver oder intravenös) zuzufüttern. Auch Zink und Selen sollten auf dem Speiseplan nicht fehlen. Neben der Gabe von Leber und Eigelb, die sehr reich daran sind, können auch hier gut noch zusätzliche Tropfen eingesetzt werden. Die Papaya ist hingegen sehr enzymreich. Enzyme wirken als sogenannte Biokatalysatoren. Sie regen den Stoffwechsel an und sind sehr wichtig für die Immunabwehr. Sie sind in der Lage, Krebszellen aufzuspüren und zu vernichten und die entstehenden Giftstoffe aus dem Körper auszuleiten (daher bekommt Yuma auch unabhängig von der Ernährung noch eine Enzym-Therapie). Papaya ist aber nicht nur besonders enzymreich, sondern hilft dem Körper auch die wichtige Aminosäure Arginin zu bilden. In Studien wurde festgestellt, dass Arginin das Wachstum von Tumoren und die Bildung von Metastasen verringern kann und zusätzlich das Immunsystem stärkt. Sehr reich an Arginin sind Rind- und Geflügelfleisch, Lachs, Nüsse und Kürbiskerne.

Auch die Gemüseration kann man gut aus anticancerogenen Lebensmitteln gestalten. So befinden sich in Yumas Napf häufiger Blumenkohl, Brokkoli und Spinat. Ansonsten auch noch Gurke, Zucchini und viele grüne Blattsalate.

Natürlich gibt es auch noch einige Kräuter und weitere Zusätze, die sich positiv auf eine Krebserkrankung auswirken können. Swanie Simon empfiehlt ganz besonders die Wurzel der großen Klette. Sie reinigt das Blut und unterstützt Leber, Niere und das Lymphsystem. Des Weiteren regt die große Klette die Interferonbildung an. Interferone sind Proteine, die eine immunstimulierende und antitumorale Wirkung besitzen. Löwenzahnwurzel, kleiner Sauerampfer, Rotklee und Brunnenkresse besitzen ebenfalls eine antikarzinogene Wirkung. Auch die Rinde der Katzenkralle sollte zugefüttert werden. Sie enthält viele Antioxidantien und Alkaloide, stimuliert ebenfalls das Immunsystem und steigert die Fähigkeit der weißen Blutkörperchen, Krebszellen und sonstige Gifte zu vernichten. Die natürliche Schwefelverbindung MSM (Methylsulfonylmethan) ist u.a. in der Lage, das Wachstum von Tumoren zu verlangsamen, Schmerzen zu lindern und den Organismus zu entgiften. Es ist also ebenfalls ein echtes Wundermittel, was nicht als Nahrungsergänzung fehlen sollte. Yuma bekommt außerdem auch noch Spirulina. Das ist eine Mikroalge und ein wahres Powerpaket. Sie enthält über 50 Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sowie alle 8 essentiellen und 10 nicht-essentielle Aminosäuren.

Ein weiteres Antikrebs-Mittel ist Vitamin B17, auch als Laetrile bekannt. Dabei sollte man aber wirklich aufpassen und nur sehr sparsam dosieren, weil Vitamin B17 giftig ist und nur bei einer optimalen Dosierung gut vertragen wird. Aber genau diese Giftigkeit macht es gut einsetzbar gegen Krebs. Wenn die Krebszellen die Zwischenräume der gesunden Zellen aufbrechen, wird das darin abgelagerte B17-Molekül ebenso aufgespalten und das Gift freigesetzt. Die Krebszelle wird abgetötet. Vor allem in bitteren Aprikosenkernen ist besonders viel B17 enthalten. Des Weiteren können bei Krebs auch noch Pilze wie Reishi, Shiitake und Cordyceps verfüttert werden (vgl. Simon).

Yuma bekommt aktuell keine Pilze und auch kein B17. Ansonsten halte ich mich an diese aufgeführten Empfehlungen. Sie bekommt außerdem nur helles Fleisch zu fressen und zusätzlich ca. 100g Quark/Hüttenkäse mit 3 EL Leinöl pro Tag (Budwig-Diät).

Yuma schmeckt es auf jeden Fall super :-)

Ich hoffe natürlich, dass ihr diese Auflistung für eure Hunde nie so akut braucht, wie es bei uns aktuell der Fall ist. Die genannten Obst- und Gemüsesorten sowie die Kräuter mit antikarzinogener Wirkung sind natürlich auch zur Prophylaxe bestens geeignet.

Bekommen eure Hunde bereits diverse Zusätze ins Futter?

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Literatur
Meyer/Zentek: Ernährung des Hundes. Grundlagen – Fütterung – Diätetik.
Simon: Barf Senior. Biologisch Artgerechtes Rohes Futter im Alter und bei Erkrankungen.

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2 Gedanken zu „Fütterungsempfehlungen bei Tumorerkrankungen

  1. Danke für deinen Artikel, ich bin auf der Suche nach jedem Strohhalm nachdem wir heute die niederschmetternde Diagnose bekommen haben.
    Wissen Sie vielleicht noch Literatur oder Seiten, wo ich die zu verfütternde Mengen erhalten kann?

    • Hallo Nicole,
      Entschuldigung, dass ich erst jetzt auf Ihren Kommentar antworte. Ich hatte damals insbesondere die Beiträge von Swanie Simon gelesen. Zum Beispiel hier http://www.barfers.de/barf_bei_krebs.html
      Vielleicht finden Sie dort noch Mengenangaben. Leider kann ich Ihnen auch nichts genaueres sagen, da es bei uns mittlerweile schon fast 3 Jahre her ist und ich mich auch nicht mehr an alles erinnern kann. Hier findet man auch was zu der Öl-Eiweiß-Diät (Budwig-Diät) http://www.oel-eiweiss-kost.de/_erfahrungsberichte/tiere_infoseite_hunde_krebs2.htm

      Da meine Hündin im Laufe der Zeit (vermutlich durch die Erkrankung oder aufgrund des Alters) kaum noch was verträgt und auf so gut wie alle Lebensmittel mit starkem Durchfall reagiert, blieb uns nichts anderes übrig, als sie vor einiger Zeit nun auf Trockenfutter umzustellen. Obwohl ich überzeugt bin, dass eine Ernährung, wie ich sie in dem Blogbeitrag beschrieben habe, immer noch das Beste bei so einer Diagnose ist. Dennoch ist Yuma zum Glück immer noch unter uns und ihr geht es den Umständen entsprechend super und sie hat noch viel Lebensfreude.

      Also lassen Sie den Kopf nicht hängen und denken Sie immer positiv. Auch Ärzte irren sich mal und so sind die Hunde manchmal noch viel länger bei uns, als ihnen
      vllt prognostiziert wird :) Ich drücke Ihnen und Ihrem Hund ganz fest die Daumen und wünsche Ihnen alles Gute!

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